Was man besser tun und/oder lassen sollte

Vom Fotografieren über das grafische Gestalten zum Schreiben gekommen. Das zuerst vor allem über Gestaltung. Einhergehend mit dem Forschen, im Sinne einer visuellen Forschung: Schauen, lesen, denken, schreiben – da capo ad infinitum.


Und einer (kann man letztlich woanders ankommen, als dort? Egal, wie viel man besitzt!) Kapitalismus-kritischen, öko-sozialen Haltung dabei. Die Texte gingen/gehen von Kolumne und Beiträgen über Aufsätze und Bücher – bis jetzt dann, dem ersten Roman. Hoffentlich!

Das war in kürzest möglicher Form die (beruflich-politische) Entwicklung der letzten 30 Jahre. Was es in dieser Zeit natürlich immer gab und gibt, war ein Gestaltungsbüro. Womit sich Theorie und Praxis beinahe zwangsläufig immer aufeinander bezogen. Broterwerb, Realitätstest, Anwendungsrahmen, Labor, alles gleichzeitig und zusammen. Auch wenn »zuerst das Fressen kommt und dann die Moral« entstand darin letztlich nie ein Widerspruch. Prostitution war nie eine Qualifikation des Büros (womit keine moralische Verurteilung von »echten« Prostituierten einhergehen soll!).

Der Widerspruch, nein das ungute Gefühl in einer etwa gleichen Stimmlage, entstand eher beim Unterrichten – was immerhin fast zwei Jahrzehnte lang zur mal mehr mal weniger lustigen Nebenbeschäftigung wurde. In dieser Zeit wuchs zwar der Wohlstand im Lande (so enorm wie ungleich), aber auch die Bürokratie – und die Mittel wurden weniger. Eine bemerkenswerte Leistung. Dazu dann noch veränderte Mentalitäten und Endgeräte, puh. Es wäre schön, wieder vom Gegenteil überzeugt zu werden. Und in Menschen zu investieren, nicht in Panzer (zu denen die Fahrer noch dazu fehlen).

In Summe ergab und ergibt das Büro, die Lehr- und Forschungstätigkeit, das Schreiben, wie auch – und nicht marginal – unser transdisziplinäres Symposium »Stadt.Land.Schluss.« einen differenzierten Blick auf die Welt und seine Gestaltbarkeit – denn das ist sie ja: vom Menschen, für Menschen gestaltet. Bis auf 1% Natur in Deutschland beispielsweise. Und man muss sagen: die meisten Menschen sind eher schlechte Gestalter(innen): nicht human-centered (was ja schon nicht ausreicht), sondern ego-centered.

Dem versuchen Nadine und ich etwas entgegenzuhalten. Im Design, im Schreiben, Vortragen, Unterrichten, Diskutieren, Leben …